Buchcover: Das Rampenlicht, das ich nicht gesucht habe

Das Rampenlicht, das ich nicht gesucht habe

  • Velvet Line
  • 3 Kapitel
  • Erscheint: noch in Bearbeitung

Für alle, die Hollywood-Drama, antike Gladiatoren-Settings und eine hitzige Bad-Boy-Romance lieben.

Worum es geht

Cassia Thales hat die weibliche Hauptrolle in dem neuen Hollywoodstreifen <i>Schatten des Colosseums</i> ergattert. Leider hängt der Skandal um ihren Co-Star wie eine dunkle Wolke über dem Dreh. Bis sich die Lage beruhigt hat, schickt der Regisseur die zehn wichtigsten Darsteller für drei Wochen in die virtuelle Welt <i>Arena der Vergessenen</i>. Was als Method Acting beginnt, wird schnell blutiger Ernst, denn in der unbarmherzigen Hitze des antiken Roms gelten andere Regeln.

Leseprobe

Kapitel 1

Grelle Blitze schneiden wie Stroboskope durch die Dämmerung, begleitet von dem Dauerfeuer dutzender Kameras. Ein spitzer Ellbogen rammt mich in die Rippen.

Autsch!

Instinktiv reiße ich die Hände hoch, um mein Gesicht zu schützen, und breche damit die eiserne Regel, die mir meine Agentin Margot seit Ausbruch des Skandals täglich einbläut: Niemals die Hände vors Gesicht, Cassia. Kinn hoch und lächeln. Weder dementieren noch befeuern. Ein falsches Wort und deine Karriere ist vorbei, bevor sie überhaupt begonnen hat.

Angestrengt bewege ich meine Arme nach unten und zwinge ein Lächeln auf meine Lippen.

»Cassia! Wie rechtfertigen Sie Ihre Zusammenarbeit mit Jaxon Cross?«

Ein Mikrofon mit einem flauschigen Windschutz schießt aus der Menge hervor und verfehlt meine Nase nur um Haaresbreite.

Ich öffne den Mund, doch meine Kehle ist wie zugeschnürt.

»Cassia, ist es wahr, dass die Produktion trotz der laufenden Ermittlungen fortgesetzt wird?«

»Ist Jaxon gewalttätig?«

»Nein, ich ...«

»Stimmt es, dass Carter mit einer schweren Gehirnerschütterung ins Cedars-Sinai eingeliefert wurde?«

Margot sagte, auf solche Fragen soll ich nicht antworten, aber alles in mir will klarstellen, dass ich die Wahrheit nicht kenne und nur meinen Job mache.

»Lauf weiter«, höre ich eine tiefe Stimme an meinem Ohr.

Bevor ich reagieren kann, schließt sich Jaxons Hand um meinen Oberarm und zieht mich mit sich. Instinktiv will ich seine Hand wegschlagen, lasse es aber in Anbetracht der blitzenden Kameras.

»Cross! Was sagen Sie zu den Anschuldigungen?«

»Jaxon, warum gibt es kein offizielles Statement?«

Er ignoriert sie alle. Stumm zerrt er mich hinter sich her durch die wogende Masse aus schreienden Fotografen und drängelnden Reportern in Richtung der befahrenen Straße. Selbst unter seiner tief ins Gesicht gezogenen Kapuze sehe ich, wie angespannt sein Kiefer ist.

Ein schwarzer SUV mit getönten Scheiben bremst quietschend am Straßenrand. Zwei Schränke von Bodyguards springen heraus und schirmen die Türen ab. Ehe ich mich versehe, hat Jaxon mich auf die Rückbank gestoßen und springt selbst hinterher. Die Tür fällt ins Schloss und das ohrenbetäubende Geschrei verstummt.

Ich rutsche bis an die gegenüberliegende Wagentür und reibe mir den Oberarm.

»Du hättest mich nicht so grob anpacken müssen«, presse ich hervor.

»Du darfst sie nicht spüren lassen, dass du Angst hast.« Er lehnt den Kopf gegen die getönte Scheibe und starrt hinaus in die vorbeiziehenden Lichter von Los Angeles.

»Hatte ich nicht.«

»Sah aber so aus.« Er streift sich die Kapuze vom Kopf und beugt sich etwas vor. »Raul. Wann stoßen die anderen dazu?«

Vor uns wird die dunkle Trennscheibe heruntergefahren und Rauls kurzgeschorener, platinblonder Haarschopf kommt zum Vorschein. »Gar nicht. Sie sind bereits vor drei Stunden aufgebrochen.«

Seufzend lässt Jaxon sich in den Sitz zurückfallen. In der Dunkelheit des Wagens wirken seine grünen Katzenaugen unergründlich. »Die können es ja kaum erwarten, in die Arena verfrachtet zu werden.«

»Du nicht?«, frage ich, bemüht, meine Stimme neutral zu halten. »Ist doch irre, dass wir drei Wochen in einem echten römischen Reich üben dürfen.«

»Du glaubst, Vincent schickt uns in die Arena der Vergessenen, damit wir üben können?« Ein Lachen entweicht seiner Kehle. »Er will nur, dass wir von der Bildfläche verschwinden, bis sich die Lage beruhigt hat.«

»Vielleicht.« Mit zusammengepressten Lippen studiere ich sein hartes Profil.

Ich habe keine Ahnung, ob Carter die Wahrheit sagt. Jax schien mir nie ein besonders aggressiver Typ zu sein, aber ich kenne ihn auch erst seit ein paar Wochen.

»Aber Vincent hat recht«, sage ich und räuspere mich. »Dieses Method Acting wird uns helfen. Wenn wir die Rollen in einer echten …«

»Deine Naivität ist süß«, unterbricht er mich. »Aber deine künstlerischen Ambitionen sind ihm vollkommen egal, glaub mir.«

Er streckt die langen Beine aus und schließt die Augen. »Ich werde eine Runde pennen. Weck mich, wenn wir die Sicherheitsschleusen passiert haben.«

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